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… und wen wählen Sie?

19.03.2015 Originaltext von Hannes Klein in der WOCHE online

Is ned so anfoch, gö?

Liest man die Wahlwerbungen, die so ins Haus flattern, fällt eines sofort auf: das Datum!

Jetzt haben wir schon 2015, Kinder wie die Zeit vergeht. Die Qualität vom Papier und der Hochglanzdruck machen auch was her, Respekt, wir sind den Wahlwerbern also was wert.

Ansonsten? Nix eigentlich! Inhaltlich is es jo gleich geblieben, wie bei den Wahlen vorher.

Warum das so ist? Ich weiß es nicht. Vielleicht hat man in den letzten Jahren für die Umsetzung keine Zeit gehabt, weil anderes wichtiger war, oder man wollte uns nicht mit neuen Ideen und Projekten verwirren und überfordern. Es ist überhaupt ein ruhiger Wahlkampf. Denk ich da an 2010, na bravo. "Hau den Merlin" war die Devise eines zu persönlich geführten Wahlkampfes, der vom Niveau so tief angesiedelt war, dass es ohnehin nicht mehr zu "toppen" ist! "Der Brief" geht mir heuer auch ab. No, schreib ICH halt ein paar Zeilen, nur diesmal werden Sie wissen von wem sie sind!

Ja, dann hatten wir den "Sommer in Radkersburg" mit lautem Gefolge. Laut deswegen, weil man in den ersten Monaten nicht müde wurde, alles Negative dem Vorgänger noch unterzujubeln und vorm Wechsel gemachte Gemeinderatsbeschlüsse wieder rückgängig zu machen. Und bei vielen Gemeinderatssitzungen is jo grod a ned gflüstert worden!

Das alles zum Wohl der Bürger, no na.

"Mehr Transparenz", hat man damals gefordert, kommt Ihnen bekannt vor?, Richtig! Auch heuer ist "Transparenz" das Zauberwort. Es hat bisl an Glanz verloren meinen sie?

Nicht unbedingt, wollte man damals angeblich dubiose Machenschaften in der Beteiligungsgesellschaft m.b.H doch ans Licht bringen. Nur, es war nicht viel zu sehen, auch im Licht nicht! Dafür hat die neue Stadtführung dann vieles von dem umgesetzt, was man dem Vorgänger angekreidet hat. Schauen Sie sich doch einmal die Verwaltungsabteilungen und privatwirtschaftliche Unternehmen der Stadtgemeinde Bad Radkersburg und deren Geschäftsführer und Stellvertreter heute an, es wird einem "schwarz" vor Augen! Sind wir froh, dass wir nicht alles wissen!?

Aus der "lauten Mehrheit" wurde mit der Zeit eine leise, eine schweigende. Besonders als die "Reformzwillinge" aus Graz die Verwaltungsreform umsetzten . Da sind wir in ein politisch - inaktives "Sommerloch" gefallen. Zur Bezirksfusionierung mit Feldbach, richtigerweise auch Zwangsfusionierung genannt, hatte man also nix zu sagen. Auch die Forderung der Bürger über eine Abstimmung für eine logischere Fusionierung mit Leibnitz wurde totgeschwiegen! 700!! Unterschriften nur in der Stadt Bad Radkersburg für dieses Mitspracherecht, über 4000 Unterschriften im "alten" Bezirk insgesamt, no comment! Das hat weh getan! Auch bei den zahlreichen Schließungen, die in Radkersburg "durchgezogen" wurden, keine Gegenwehr des Bürgermeisters und seiner Absoluten.

Warum? Auch das weiß keiner! Woher auch, wenn kana red. Aber wo Schweigen, da Spekulation. So hört man oft laute Gedanken, dass es sich um Klubzwang handeln könnte - dieses nicht handeln. Wissens eh, Parteibuch und so....mag schon was Wahres dran sein, hat doch ein LAbg. in dieser Zeit "zur Ordnung" rufen müssen, gesandt von Graz. Was war passiert? Scho vergessen? Hat sich doch ein böses Bürgermeisterlein erdreistet aufzumucken, Jössas, ein Parteikollege no dazua, gegen die Zwangsfusionierung mit Feldbach, für eine Abstimmung mit Leibnitz.

Chapeau, Chapeau! (ein Gallier war der "Abtrünige", von Mureck, jetzt is er a nimma Bgm., egal). Bei aller Freundschaft, so gehts nicht! Wo kommen wir da hin, wenn ein Bürgermeister seine Bürger in Schutz nimmt und sich für ihre Wünsche und Bedürfnisse einsetzt! Wir dürfen ohnehin wählen gehen, das muss reichen. Achtung, Achtung, mit dem Einwurf der Wahlkarte in die Wahlurne verlieren sie automatisch das Recht auf Mitbestimmung und Gestaltung ihres eigenen Lebensraumes. Wir bedauern!

Da "Schützi" wusste noch in einem Interview zu sagen: " Natürlich können die Bürger darüber abstimmen, wir sind ja Demokraten, aber die Sache ist entschieden". Merken Sie was? Genau, totale Verarsche! Ned böse sein, aber i hob a gänzlich anderes Demokratieverständnis!

Liebe Leute,
ich glaube die Zukunft von Bad Radkersburg liegt einzig in Bad Radkersburg und seinen Bürgern selbst. Nicht in Graz, Wien oder gar in Brüssel. Also brauchen wir keinen parteibuchhörigen Bürgermeister, wir brauchen wieder einen mit Mut und Interesse für die Anliegen der Bürger und ihrer Stadt. No, wenn er trotzdem so a "Biachl" hot, kann er es ja während der Amtszeit in einem der zahlreichen Vulkane unserer Region deponieren. Sind ja inaktiv, wird also nicht verbrennen derweilen, gell.

Dem neuen Bürgermeister und den Gemeinderäten sei noch ins Stammbuch geschrieben:
"Passt auf diese Stadt, diese Region auf, es ist nämlich UNSERE Heimat"!

Ab imo pectore quia Radkersburg, Hannes Klein

Eh kloa, der Text bezieht sich selbstverständlich auf Frauen wie auch auf Männer!

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